Gebäudehüllentemperierung

Wie?

Es wird nicht die Luft erhitzt, sondern die Außenwand.

Die Heizrohre werden für die Gebäudehüllentemperierung im Sockelbereich verlegt. Die Vorlauftemperatur beträgt 65°C.

Dadurch spart man, weil der Wärmeübergang von Heizkörper zu Luft fehlt, 30% Heizenergie ein.

Wärmebedarf pro Meter Außenwand:

Wärmeleitfähigkeit der trocken Wand / Wandstärke * Temperaturdifferenz * Raumhöhe * Temperaturdifferenz

Beispiel für den die Heizleistung bei der Gebäudehüllentemperierung.

Wärmeleitfähigkeit Ziegel R [ W/(m K) ] = 0,5 W/(m K)

Dicke Wand   d = 0,5 m

Raumhöhe h = 2,5 m

Temperaturdifferenz  Delta T = 10 K

Q = 0,5 W/(m K) * 0,5 m *2,5 m * 10 K / 1 m

Q = 6,25 W / m

Bei einem Umfang des Gebäudes von 40 m bei zwei geschössiger Bauweise ergibt sich eine Heizleistung bei 10 K Temperaturdifferenz.

Q ges = 6,25 W/m * 40 m * 2

Qges = 500 W

Oder bei einer Gradtagszahl von 3000 K ergibt sich ein Heizenergiebedarf von

Q = 0,5 W/(m K) * 0,5 m *2,5 m * 40 m * 2 * 3000 K *  24 h

Q= 3600 kWh

Ungefähr 360 l Öl pro Jahr. Bei 200 m² Wohnfläche.

Das sind 18  kWh / m² / a. Im Vergleich zu 4680 kWh bei konventioneller Heizung.

Vorteile:

Die Wand ist immer schön trocken, es entsteht kein Schimmel.

Ebenso ist bei einer trockenen Wand die Wärmeleitung geringer. So geht weniger Wärme verloren.

Selbst feuchte Keller können auf die Art der Heizung trocken gelegt werden.

Wo?

Bei der Sanierung von Bestandsimmobilien ist diese Möglichkeit sehr gut geeignet.

Wer?

Alle, die vor einer Sanierung stehen und dem Einpacken der Häuser in eine Hülle aus Styropor oder Dämmstoff kritisch gegenüber stehen.

Bei der Gebäudehüllentemperierung oder Hüllflächentemperierung  werden die Rohre direkt in der Wand verlegt und verputzt. Im Gegensatz zu der Sockelheizung, dort wird das Heizelement auf der Wand montiert. Die Effekte sind bei beiden Systemen gleich gut.

Alle Angaben ohne Gewähr.